WGB - Wählergemeinschaft Bützfleth
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Seit November 2018 verunsichern Schwermetallfunde in Bützfleth

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Die Schwermetallfunde in Bützfleth verunsichern viele Mitbürger in unserem Ortsteil.

 Wir wollen versuchen, einige Informationen zu geben:

 Wo kommen diese Belastungen her?

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, im Einzelnen:

Pflanzenschutzmittel oder Agrarchemikalien, die von unseren Vätern und Vorvätern eingesetzt wurden.

Altlasten aus alten Scheunen, die mitsamt den eingelagerten Dingen unter die Erde gebaggert wurden.

Nicht ordnungsgemäß entsorgte Abfälle.

45 Jahre Industrieemissionen von unserer Industrie, die ja eine gegenseitige Rücksichtnahme einfordert.

Emissionen aus dem Verkehr auf Straße und Elbe.

Schwermetalle, die mit dem Ende der Eiszeit während der Bildung unserer Marschböden angeschwemmt wurden. (Auenböden stark mit Schwermetallen belastet, siehe Internet.)

Wir sollten uns bewusst sein, dass es erst seit ca. 60 Jahren eine geregelte Müllabfuhr gibt.

Überschwemmungen im Rahmen von Sturmfluten.

Das ist aber unwahrscheinlich, denn die bisherigen Funde wurden auf Standorten gemacht, die während der Sturmflut Februar 1962 trocken geblieben sind. Die vorhergehenden Sturmfluten überschwemmten in einer Zeit, in der der Mensch die Welt noch nicht selbst belastet hat.

 Wie gefährlich sind diese Schwermetalle?

Das hängt sehr davon ab, woher sie kommen und wo sie gefunden werden.

Sollten sie schon Jahrtausende in unserem Marschboden vorliegen, sind sie vermutlich an den Tonteilchen fixiert und werden nur zu einem kleinen Anteil von den Pflanzen aufgenommen. Sind die Belastungen jüngeren Datums, sind sie vermutlich mobiler.

Die meisten Schwermetalle kommen in Verbindung mit anderen Substanzen vor, die Giftigkeit hängt auch von der Art der chemischen Verbindung ab.

 

Aufnahme in den Körper

Unsere Haut und unser Darm stellen für Gifte eine wesentlich stärkere Barriere dar als die Lunge. Deshalb fordern wir seit 2006 Messungen der Lufteinträge und der Vorbelastungen.

Im Zusammenhang mit der geplanten Müllverbrennungsanlage wird das Thema so aktuell, dass in 2019 die ersten Messungen stattfinden sollen.

Was bringen die Untersuchungen des Landkreises?

Die Bodenproben werden mit einem sogenannten Königswasseraufschluss für die Messungen vorbereitet. Königswasser ist die stärkste Säure, die es gibt. Aus dem Aufschluss werden die Gesamtgehalte bestimmt. Wir erhalten keine Information über den Anteil, der von den Pflanzen aufgenommen  und den Anteil, der nicht aufgenommen werden kann.

Im Vergleich: Die Landwirtschaft lässt häufig Bodenuntersuchungen zur Ermittlung des Düngemittelbedarfs durchführen. Hier werden explizit die pflanzenverfügbaren Bodengehalte bestimmt. In der Regel werden nicht pflanzenverfügbare Mineralstoffe auch nicht in den Unterboden und das Grundwasser verlagert. 

Was kann ich tun?

In unserem Klima werden Schwermetalle aus dem Boden kaum in die Luft verweht werden, also werden wir sie kaum über die Lunge aufnehmen. Wir leben vermutlich schon lange mit diesen Belastungen. Es bleibt also Ruhe zum Überlegen. 

Unser vorläufiger Vorschlag:

Warten Sie bis zum Frühjahr, bis der Rasen zum ersten Mal gemäht wird.

1 kg dieses Schnitts muss an das Labor geschickt werden.

Damit erhalten wir folgende Informationen:

Wie stark ist der Rasen belastet, auf dem die Familie sich bewegt.

Wie stark ist dann das Gemüse belastet, das ich selbst anziehe.

Der erste Rasenschnitt sollte genommen werden, weil das Gras über das Winterhalbjahr auch aktuelle Belastungen aus der Luft mit aufnimmt.

Das Gras wird im Labor vor der Analyse gewaschen, so dass nur die über Wurzel und die Spaltöffnungen aufgenommenen Stoffe bestimmt werden.

Ein Vorteil dieses Vorgehens liegt darin, dass automatisch eine Mischprobe vorliegt und die Art der Probenahme kaum unsachgemäß sein kann.

Die Analyse muss von einem zertifizierten Labor vorgenommen werden.

Die Kosten für eine Bodenprobe liegen bei 70 Euro, die Kosten für eine Probe aus Frischsubstanz liegen bei 120 Euro zuzüglich MwSt. Wir beraten Sie gerne.

 Was sind die Forderungen der Wählergemeinschaft Bützfleth?

Wenn Schwermetallanalysen durchgeführt werden, sollten nicht nur die Gesamtgehalte, sondern auch der pflanzenverfügbare Anteil bestimmt werden. (Der Anteil, der von den Pflanzen aufgenommen werden kann.) Daraus könnten den Bützflethern  Empfehlungen für den Umgang mit ihren Gärten und landwirtschaftlich genutzten Flächen abgeleitet werden. Die Bodenhorizonte für die Probenahmen sind so zu wählen, dass der Durchwurzelungsraum untersucht wird.  

Wenn die sogenannte Hintergrundbelastung gemessen werden soll, brauchen wir Untersuchungen von vergleichbaren Böden aus Assel. Da müssen Geologen zugezogen werden, die Vergleichsstandorte nachweisen können.

Auf dem in der Presse vorgestellten Standort in Borstel wurde laut Aussage der Mieter eine Mischprobe zusammengestellt. Lediglich eine Teilprobe stammt von der Fläche, die Altlasten vermuten lässt. Auf dem Standort dieser ehemaligen verfallenen Scheune muss eine Einzelprobe gezogen werden.

Wir leben in Bützfleth seit über 45 Jahren mit Bauxitstaub und Staub aus der Rotschlammdeponie. Eigene Analysen zeigen, dass Bauxit nicht frei von Schwermetallen ist. Ausdrücklich betonen wir, dass auch andere Belastungsquellen vorliegen können. Trotzdem wünschen wir uns Untersuchungen von Oberflächenböden, die in einer Linie aus Borstel in Richtung der Industrie liegen. Eigene Analysen legen das nahe.

 Was haben wir bisher gemacht:

Am 04.06.2008 haben wir im Dorfgemeinschaftshaus zu Belastungsmessungen in Bützfleth  einen Informationsabend mit einem Referenten aus einer landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalt angeboten.

Seit 12 Jahren verlangen wir entsprechende Untersuchungen, für die wir nun die Unterstützung des Stadtrates haben und die hoffentlich auch bald durchgeführt werden.

Wir haben das Kohlekraftwerk Electrabel verhindert.

Wir klagen gegen die Müllverbrennungsanlage.

Unsere Kollegen in Schleswig Holstein bekämpfen das Kohlekraftwerk der DOW.

 

 

 

 

Verantwortlich für diesen Text: 

Dr. Jochen Witt

Promotion in Pflanzenernährung und Bodenkunde

Forschungsauftrag für das UBA über das Verhalten von Schwermetallen in land- und gartenbaulichen Kulturen.

 

 

 

 

 

 

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