WGB - Wählergemeinschaft Bützfleth
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Auswirkungen des Feinstaubes

Symposium Lunge: CODP: Verändertes Bewusstsein, www.patienten-bibliothek.de (2016)
Die Auswirkungen von Feinstäuben auf die Lunge müssen mehr öffentliche Präsenz erhalten. Die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub in der EU sind ein nicht hinzunehmender Skandal. Zitat von Prof. Teschler auf dem Symposium Lunge 2016. CODP ist eine Erkrankung der Atemwege (ständige Verengung).
2016-4 Feinstaub Symposium Lunge.pdf
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Gesundheitliche Wirkungen von Feinstaub und Stickstoffdioxid
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrheinwestfalen: "Gesundheitliche Wirkungen von Feinstaub und Stickstoffdioxid im Zusammenhang mit der Luftreinhalteplanung" Stand 2010
2010-10 gesundheitliche_wirkungen Feins[...]
PDF-Dokument [1.1 MB]

FOKUS Online / Gesundheit 17/01/2017

Hauptursache für Herzinfarkt:

 

Forschungssensation: Grippe, Feinstaub und Bauchfett verstopfen Arterien und sind damit ein Hauptrisiko für Herzinfarkte

 

Von FOCUS-Online-Autorin Petra Apfel

 

Dienstag, 17.01.2017, 14:01

Bisher dachte man, dass Fettablagerungen aus dem Blut Gefäße von innen verkalken lassen. Der Hannoveraner Professor Axel Haverich stellt die gängige Lehrmeinung auf den Kopf und sagt: Eine Mangelversorgung der Außenwand ist Auslöser von Arteriosklerose. Entzündungsprozesse wie eine Grippe sind die größte Gefahr.

  • Herzchirurg entwickelt neue Theorie zur Entstehung von Arteriosklerose.
  • Kernaussage: Entzündungen greifen Gefäße von außen an und führen zur Verengung.
  • Die beste Prävention ist daher, Entzündungsprozesse im Körper schnell zu unterbinden.

40 Prozent aller Todesfälle gehen in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Arteriosklerose, besser bekannt als Arterienverkalkung, ist dabei einer der häufigsten Auslöser für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dabei behindern und blockieren verengte Gefäße den Blutfluss und damit die Versorgung  von Herz oder Gehirn.

Die Verengung entsteht, wenn sich Blutfette (Cholesterin), Gewebepartikel und Kalk an der Innenwand von Gefäßen ablagern. Begünstigt wird die Entwicklung der Arteriosklerose durch fett- und cholesterinreiche Ernährung und Bewegungsmangel. So lautet die bisherige Erklärung.

"Ich erwarte nur Gegenwehr"

Der Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover stellt diese gängige Lehrmeinung nun in einem Artikel im renommierten Fachmagazin „Circulation“ auf den Kopf. Herzchirurg Axel Haverich ist überzeugt, dass die Arteriosklerose nicht vom Inneren der Gefäße ausgeht, sondern von deren Außenwand. Die Ablagerungen (Plaques) kommen nicht aus dem Blutstrom, sondern sind Überreste abgestorbener Zellen der Gefäßwand. " Cholesterin spielt für die Arteriosklerose nur bei Menschen eine entscheidende Rolle, die an einer angeborenen Fettstoffwechsel leiden", erklärt Axel Haverich. 

Während viele Mediziner die Rolle von Cholesterin längst nicht mehr als bedeutsam sehen, sieht sich Axel Haverich mit seiner Theorie ziemlich allein, dass Mikrogefäße an der Arterienaußenwand die Arteriosklerose auslösen. "Ich weiß noch von einem Mediziner in Schweden und einer Ärztin in den USA, die schon in die gleiche Richtung dachten. Aber ich erwarte in den kommenden Wochen nur Gegenwehr."

Arteriosklerose hängt von Mikrogefäßen an der Arterienaußenwand ab

Dem Mediziner war bei Tausenden von Herz-, Gefäß- und Bypass-Operationen aufgefallen, dass auch Patienten mit hochgradig verstopften Arterien Gefäßabschnitte besaßen, die völlig sauber und durchlässig waren. „Viele Herzchirurgen machen sich diese bekannte Tatsache für Bypass-Operationen zu Nutze“, schreibt Axel Haverich.

Diese intakten Stellen sind dünnwandig, von Muskeln umgeben und frei von sogenannten Vasa Vasorum (VV). Das sind kleine Gefäße an der Außenwand von Arterien, die diese mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Den Knackpunkt erklärt Professor Haverich so: "Nur Gefäße mit einer dickeren Wand als 0,5 Millimeter benötigen die kleinen Gefäße zur Versorgung. Sie sprießen dann tief in die Gefäßwand ein. Dünnere Gefäße brauchen das nicht, sie werden von Muskeln stabilisiert, bewegt und vor der Verengung geschützt."

Erst verstopfen Mini-Gefäße, dann die Arterie

Die kleinen Versorgungsgefäße verschließen sich aber schnell durch Entzündungsreaktionen und durch Fettpartikel. Als Folge der Unterversorgung sterben dann die Zellen der mittleren Arterienwand ab. Axel Haverich: "Es kommt zu einem regelrechten Infarkt der Zellwand." Das Immunsystem baut die Zellen einschließlich der Fettreste ab. Und dadurch erst entstehen die  Plaques, die die Arterienwand verdicken und das Gefäß verschließen. „Arteriosklerose sollte eher als eine Erkrankung der Mikrogefäße gesehen werden. Die Arterien sind erst in der Folge betroffen“, stellt der Herzmediziner fest.

Entzündungen lösen die Arteriosklerose-Kaskade aus

Für Axel Haverich passt diese Erklärung auch zur Beobachtung anderer Wissenschaftler, dass die Herzinfarktrate nach Grippeepidemien oder bei hoher Feinstaubbelastung (Entzündungen im Körper!) deutlich ansteigt.

Er sieht seine Theorie aber auch durch sehr alte medizinische Entdeckungen bestätigt. So hatte 1924 ein Arzt in St. Petersburg an 300 Kindern arteriosklerotische Veränderungen festgestellt, die alle an einer Infektionskrankheit gestorben waren

Wichtigste Vorbeugung: Entzündungen vermeiden

Für Patienten bedeutet die neue Arteriosklerose-Theorie zunächst wenig für die Therapie, aber einiges für die Vorbeugung. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die Gefäßverkalkung rückgängig zu machen. "Wir beginnen jetzt aber experimentelle Laborstudien zur Regeneration von Gefäßen. Dabei sollen Wachstumsfaktoren zum Einsatz kommen", erklärt der Mediziner. Ballonkatheter, Stents und Bypässe bleiben derzeit  die wichtigsten Methoden von Kardiologen und Herzchirurgen.

„Zu den üblichen Maßnahmen der Vorbeugung – gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung – gehört auch unbedingt, Infektionen möglichst zu verhindern und alle Entzündungen im Körper zu behandeln“, rät Axel Haverich. Dazu gehören:

  • die regelmäßige Grippeimpfung
  • die Sanierung  chronischer Entzündungen, z.B. von
  • Zahnfleisch
  • Magenschleimhaut
  • Nebenhöhlen
  • Arthrose

Auch der Abbau von Bauchfett trägt zur Reduzierung des Arteriosklerose-Risikos bei: Es produziert jede Menge Entzündungsstoffe.

 

 

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